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Erinnerungen an die Tegeler Handelsschule Wohl wenig bekannt ist die Tatsache, dass es in Tegel über einen Zeitraum von rund 35 Jahren eine private Handelsschule gab. Sie wurde im Jahre 1896 gegründet und stand unter die Leitung von Ceslaus Czekalski. Ob sich die Handelsschule bereits im Gründungsjahr in Tegel befand, ist nicht überliefert. Das Adressbuch 1898 weist aus, dass C. Czekalski (Berufsangabe: Kaufmann) in der Hauptstr. 11 (wohl mit kleiner Schule) gemeldet war. In den beiden folgenden Jahren wird Czekalski allerdings nicht angegeben. Erstmals 1901 wurde unter der Anschrift Berliner Str. 5 der Name Czekalski (Berufsangabe: Schreiber!) wieder . genannt. Es ist anzunehmen, dass sich hier auch die Handelsschule befand. Das Gebäude gehörte dem Gutsbesitzer Paul Ziekow aus der Hauptstr. 18, der 1899 an gleicher Stelle sein kleines eingeschossiges Haus abreißen und durch einen mehrgeschossigen Neubau ersetzen ließ. In den Adressbüchern der Jahre 1902 bis 1904 wurde Czekalski als Kaufmann eingetragen, während im Branchenteil seine Handelsschule bis 1903 noch nicht genannt wurde. 1904 war dann erstmals unter "Lehrinstitute (Private)" Czekalskis Schule unter den Stichworten Handels- und Kaufmännische Wissenschaften, Berliner Str. 5, aufgeführt. 1905 zog die Tegeler Handelsschule in die Schloßstr. 26 um und verbesserte damit sicher ihre räumliche Situation.
Natürlich wurden auch Deutsch, Grammatik, Orthographie und Interpunktion gelehrt. Jedes Fach konnte einzeln belegt werden. Das Honorar für den Halbjahreskurs lag bei 25 Mark/Monat, während für den Jahreskurs nur 15 Mark/Monat zu bezahlen waren. Den Absolventen der Handelsschule wurde eine kostenfreie Stellenvermittlung angeboten. In den großen, elegant eingerichteten Klassenzimmern unterrichteten 5 Lehrkräfte. Acht neue Schreibmaschinen standen zur Verfügung. Die Anfertigung von Abschriften und Vervielfältigung auf der Schreibmaschine, die stundenweise Stellung von Stenographen und Maschinenschreibern nebst Maschinen wie auch die Verleihung von Schreibmaschinen waren zusätzliche Angebote der Anstalt. Der Schulleiter war werktags von 17.30 - 18.30 Uhr zu sprechen, sonntags zudem von 12.00 - 14.00 Uhr. Verwunderlich war nur, dass die Tegeler Handelsschule selbst im Jahre 1907 noch keinen Telefon-Anschluss besaß. Übrigens wurde Czekalskis Beruf in dem Adressbuch 1907 mit Buchhalter angegeben. 1908 zog die Tegeler Handelsschule in die Hauptstr. 31 um. Czekalski hatte das Anwesen von dem Gutsbesitzer bzw. Rentier August Müller (Hauptstr. 15) erworben. Das Gebäude, ein Wohnhaus mit ausgemauertem Fachwerk und Ziegeldach, hatte der Fischermeister Ziekow 1859 erbauen lassen. 1875 von dem Restaurateur Bläschke um ein Geschoss aufgestockt, geriet das Haus 4 Jahre später in Brand, wurde aber wieder hergestellt. 1912 wurde der Beruf von Czekalski mit "Prokurist" angegeben. Er hatte zwischenzeitlich auch von Prof. Th. Braune das Nebenhaus Hauptstr. 32 erworben. 1920 war die Handelsschule bereits in die Hände eines W. Voigt übergegangen. Im Adressbuch dieses Jahres wird er als Direktor aufgeführt, 5 Jahre später lautete sein Beruf "Diplom-Kaufmann" . Czekalski besaß aber·weiter die Häuser Hauptstr. 31 u. 32, war nun aber Fabrikdirektor. Im Foto oben sehen Sie die Handelsschule Czekalski in der Hauptstr. 31 in einer Aufnahme aus der Zeit um 1910. Die beiden jungen Männer am Eingang waren Absolventen der Schule. Die Handelsschule schloss vor 1930 ihre Türen für immer. Ein Grund könnte eine mangelnde Nachfrage an Schülern durch die Weltwirtschaftskrise gewesen sein. Abschließend sei erwähnt dass Ceslaus Czekalski 1943 als Fabrikdirektor außer Dienst im Eisenhammerweg 127 wohnte. Welche Fabrik er einst besaß, ließ sich nicht ermitteln. In der Hauptstr. 31 (ab 1937 durch Umbenennung der Straße und neue Nummerierung: Alt-Tegel 19) befand sich später das Kurbad Tegel (heute Alt-Tegel Ecke Medebacher Weg) Gerhard Völzmann
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