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Ein Ausflug von Berlin nach Saatwinkel, Ohne Zweifel gehört Tegel heute zu jenen Berliner Ortsteilen, die über eine gute Verkehrsanbindung verfügen. Der Individualverkehr nutzt wohl gern die Autobahn 111 für eine Fahrt in den Norden der Stadt, wenn nicht gerade Zeiten des Berufsverkehrs oder Baustellen zu unerfreulichen Staus führen. Die A 111 entlastet aber auch den Straßenverkehr innerhalb von Tegel. Der Verkehrsweg wurde vor über 20 Jahren in Teilabschnitten nutzbar. Mit Wirkung vom 22.12.1987 wurde zuletzt die Teilstrecke vom Waidmannsluster Damm bis zur Überführung des Verbindungsarmes zur Ruppiner Chaussee - damals noch als Bundesfernstraße B 111 - gewidmet und für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen freigegeben.
Ganz anders sahen die Tegeler Verkehrsverhältnisse natürlich im 19. Jahrhundert aus. Der folgende (auch in der Rechtschreibung nicht veränderte) Beitrag, dem Büchlein „100 Nachmittags-Ausflüge in die Umgebung von Berlin“ entnommen, gewährt einen kleinen Einblick in jene Zeit. Der Ausflugsführer wurde von Aloys Hennes 1879 im Selbstverlag herausgegeben, kostete 2 Mark und war natürlich „unentbehrlich für Jeden, der sich durch die jetzigen Verkehrsmittel vom Sommeraufenthalt in Berlin den rechten Genuß verschaffen will.“ Hennes schlägt für einen Besuch von Saatwinkel, Valentinswerder und Tegel insgesamt fünf Ausflüge mit unterschiedlichen Anreisemöglichkeiten (so zum Beispiel auch über Hermsdorf) vor. Einer dieser Vorschläge ist wie folgt nachzulesen: Benutzt man an langen Sommertagen etwa gegen 1 Uhr die Pferdebahn von der Weidendammerbrücke bis zum Endpunkte in der Müllerstraße (Fahrpreis 25 Pf.), so hat man drei Viertelstunden lang die Chaussee nach Tegel zu verfolgen. Auf diesem Wege berührt man das an den Militär-Schießständen gelegene Restaurant „Beim Feuerwerker“ und gelangt in einer guten Viertelstunde zu der neuen Chaussee, welche nach den Tegeler Wasserwerken führt. Hat man dieses ganze Terrain passirt, so schlägt man am Ende des langen Zaunes den Fußpfad ein, der rechts nach dem Wasser führt. Am Tegeler See entlang wandert man nun den wundervollen Weg, bis man nach einer halben Stunde Saatwinkel erreicht. Wie man bemerken wird, erreicht die Vegetation auf diesem Wege die größte Ueppigkeit. Im Restaurant „Blumeshof“ (von Philipp) unter dem Dickicht der Bäume mit der wundervollen Aussicht auf den Tegeler See werden wir einen großartigen Naturgenuß haben. Doch ist dieser herrliche Platz so allgemein bekannt, daß es überflüssig sein dürfte, noch Weiteres zu seinem Lobe hinzuzufügen. Uns gegenüber liegt die Insel Valentinswerder. Eine Fahrt dahin per Kahn ist eine selbstverständliche Sache. Man läutet daher am Ufer mit der dort angebrachten Glocke und in wenigen Minuten wird der Fährmann auf der Insel sich in Bewegung setzen, um uns abzuholen. An der Landzunge, wo die Gärten und Villen beginnen, werden wir anlegen, und durch die hübschen Promenaden nach dem dortigen Restaurant gelangen, wo gleichzeitig die Landungsbrücken der Dampfer sich befinden. Ein großartiges Leben herrscht hier zur Winterzeit, wenn man auf dem Tegeler See von Spandau aus Schlittschuh laufen kann.
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