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Tegel anno 1805 Meine Lage ward durch die späteren Nachrichten weit schwieriger, als sie es bei meiner Abreise aus Kopenhagen war. Wir wissen jetzt die Franzosen nicht allein in Wien; wir haben auch schon Nachricht, daß Napoleon einen großen Sieg in Mähren erfochten hat.
1806 wurde er in den Freiherrrnstand erhoben. Reichsfreiherr von Eggers starb am 21.11.1813 in Kiel. In dem oben angegebenen Brief berichtete von Eggers über eine Reise, die ihn auf der „gewöhnlichen“ Poststraße über Lenzen und Perleberg nach Berlin führte. Es würde an dieser Stelle zu weit gehen, den gesamten Reiseverlauf zu schildern. Vielmehr soll hier nur die letzte Etappe des Weges beschrieben werden. So lesen wir unter Verwendung der damaligen Rechtschreibung: Bützow (heute Bötzow) ist ein großes Kirchdorf in einer unfruchtbaren Gegend, die nur der Nähe der Hauptstadt ihre Kultur verdankt. Man rieth uns zu übernachten, weil der Weg sehr schlecht wäre. Wirklich fanden wir am andern Morgen, dass wir sehr wohl gethan hatten. Hinter Bützow kommt wieder ein böser Damm. Sand und Tannenholz dauern fast bis Berlin. Bei Henningsdorf ¾ Meilen geht es über die Havel. Nahe dabei ist ein Land- und Brückenzoll (gemeint ist Neubrück). Schulzendorf, 2 Meilen von Berlin, bleibt etwas seitwärts liegen. Eine halbe Meile weiter kommt man zu dem neuen Krug oder Tegel-Krug (heute Restaurant Alter Fritz). Das Dorf Tegel oder Tengel liegt am Tegelschen See, mit welchem die Havel in Verbindung steht. Hier ist das Vorwerk, Schlößchen zum Tengel genannt, ein Forsthaus, Wasser- und Schneidemühle. In diesem Forstrevier hat der Ober-Forstmeister und Forstrath von Burgsdorf seit 1779 die berühmten Anlagen zum Anbau einheimischer und fremder, besonders nordamerikanischer, Holzarten gemacht, die er uns so lehrreich nachher beschrieb. Die Anstalt ist in dem treflichsten Gedeihen. Sie zählt schon über 600 verschiedene Arten. Viele fremde, sonst seltene Holzarten, vorzüglich brauchbar zur künstlichen Verarbeitung, sind schon in bedeutender Menge verpflanzt. Sie werden immer noch vorzüglich zum Holzbau der Forsten und zur Verschönerung des Königlichen Thiergartens angewandt. Eine Meile von Berlin kömmt man zu dem Chausseehause (heute wäre dies Ende der Seidelstraße / Beginn der Scharnweberstraße); nun rollt man schnell in die Stadt, und findet es, nach dem zurückgelegten bösen Wege ganz billig, daß die letzte Meile, unter der Rubrik "poste royale" doppelt bezahlt wird. Jeder Extrapost-Reisende konnte sich von der Post vor der Wohnung abholen oder dorthin bringen lassen. In Residenzstädten wie Berlin musste daher noch eine Meile mehr nebst dem doppelten Postillion-Trinkgeld bezahlt werden.
Interessant ist die Erwähnung von Tengel bzw. Schlößchen zum Tengel. Tegel hatte zwar im Verlauf der Geschichte viele Schreibweisen seines Ortsnamens, doch diese gab selbst August Wietholz, Chronist des Ortes, in seiner Urkundensammlung wohl nicht an. Abbildung rechts: Im Bildhintergrund links der Tegeler Meilenstein aus der Zeit um 1730, den 1805 auch von Eggers passierte. Gerhard Völzmann
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